Warum hat die F-15EX bei der Ausrüstung der US Air National Guard erneut Priorität?

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Sollten wir in der Ankündigung eines Ziels von 24 F-15EX und 48 F-35A Neun Raketen pro Jahr ab 2027 – handelt es sich hierbei lediglich um eine Beschleunigung eines bereits laufenden Programms oder um die bewusste Festigung eines neuen Paradigmas für die US-Luftwaffe und die amerikanische Air National Guard? Tatsächlich hat die Tarnkappentechnik seit drei Jahrzehnten die Ressourcenverteilung der amerikanischen Luftstreitkräfte bestimmt.

Die jüngsten Einsätze in der Ukraine und im Nahen Osten deuten jedoch darauf hin, dass die Kombination aus Penetrations- und Massenkriegsführung sowie Ausdauer- und Sättigungskriegsführung dieses Tarnkappenkonzept zwar nicht direkt in Frage stellt, es aber dennoch stört. Angesichts der Verfügbarkeitsanforderungen, der Fähigkeitslücke vor der Einführung der nächsten Generation fortschrittlicher Verteidigungssysteme (NGAD) und industrieller Beschränkungen haben sich die amerikanischen Bedürfnisse in diesem Bereich gewandelt. Es bleibt abzuwarten, welche Erkenntnisse diese Veränderungen nicht nur über die operativen Anforderungen, sondern auch über die Resilienz und Nachhaltigkeit des amerikanischen Modells liefern.

Die US-Luftwaffe genehmigt die Rückkehr von Kampfflugzeugen ohne Tarnkappentechnologie.

Nach dem Golfkrieg etablierte die US-Luftwaffe die Tarnkappentechnik als obersten Standard und verbot sogar die Beschaffung konventioneller Kampfflugzeuge über das laufende Jahrzehnt hinaus. Diese von General Merrill McPeak geprägte Regelung schloss den Handlungsspielraum für nicht-tarnkappenfähige Plattformen faktisch aus und verbannte schwere Lösungen der vierten Generation an den Rand der Ausrüstungsplanung.

Ein erster Kurswechsel erfolgte jedoch 2019, als acht F-15EX in den Haushalt 2020 aufgenommen wurden. Ohne die Tarnkappentechnik aufzugeben, ebnete diese Entscheidung – obwohl sie durch Präsident Trump erhebliches politisches Gewicht hatte – den Weg für eine modernisierte, schwere Flugzeugzelle. Diese sollte mit Sensoren und Avionik der neuesten Generation ausgestattet sein, wurde aber ausdrücklich als nicht-tarnkappenfähig eingestuft. Vor allem aber führte sie die Idee eines vielseitigeren Einsatzkonzepts ein, das Durchschlagskraft, Reichweite und Nutzlast kombiniert.

F-15EX Bestienmodus
F-15EX im Beats-Modus mit 12 Luft-Luft-Raketen

Die Entwicklung des Eagle II-Programms verlief seitdem nicht reibungslos: Ursprünglich waren 240 Flugzeuge geplant, dann 144, anschließend 80, bevor man heute wieder auf 250 F-15EX allein für die US Air Force zurückgeht. Mit 80 Flugzeugen würden lediglich die F-15C von drei Staffeln ersetzt. Dies verdeutlicht den bewusst begrenzten Umfang, der dem dringenden Bedarf Rechnung trägt und gleichzeitig die für die fünfte Generation vorgesehenen Ressourcen schont.

Kurz nach dieser Entscheidung ernannte General CQ Brown die F-15EX neben der F-35, der F-16 und der NGAD zu einer der vier Säulen der Flotte von 2030. Boeings schwerer Kampfjet wurde somit nicht als Tarnkappenalternative positioniert, sondern als Ergänzung hinsichtlich Reichweite, Nutzlast und Robustheit innerhalb eines Modells, das sich allmählich etablierte.

Dies gilt insbesondere deshalb, weil entgegen der landläufigen Meinung und wie die US Air Force selbst seit über 20 Jahren betont, eine operative Bewertung aus dem Jahr 2024 die F-15EX als effektiv einstufte, auch gegen Bedrohungen der 5. Generation, wobei jedoch darauf hingewiesen wurde, dass die Tests das Flugzeug möglicherweise nicht den schlimmsten Szenarien ausgesetzt hatten, und daher in einigen Extremfällen zur Vorsicht mahnte.

Letztlich beeinflussten die zugrundeliegenden industriellen Faktoren naturgemäß die politischen Entscheidungen: Die 2023 für 2027 bestätigte Einstellung der Produktion der F/A-18E/F hatte Boeings Handlungsspielraum im Kampfflugzeugsektor eingeschränkt. Die Stabilisierung des St. Louis-Programms durch eine kontinuierliche Produktion der F-15EX bedeutete, die Kompetenzen, wichtigen Zulieferer und Skaleneffekte eines strategischen Flugzeugherstellers (die in den vergangenen 30 Jahren durch Entscheidungen der US-Luftwaffe beeinträchtigt worden waren) zum Wohle der Streitkräfte zu erhalten.

Mit 72 neuen F-15EX-Flugzeugen pro Jahr ab 2027 ist der Produktionshochlauf bereits im Gange.

Während der strukturelle Nutzen der F-15EX zunehmend deutlich wird, rückt nun vor allem die Absicht der Nationalgarde in den Fokus, ab 2027 jährlich 48 F-35A und 24 F-15EX – insgesamt 72 neue Flugzeuge – zu erhalten. Dieses Vorhaben knüpft an eine bereits spürbare Dynamik an: Die US-Luftwaffe arbeitet daran, ihre geplante Eagle-II-Flotte von 98 auf 129 bis 150 Flugzeuge zu erhöhen, wobei in diesem Zusammenhang auch die Zahl von 250 Flugzeugen genannt wird.

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