Da die A400M-Flotte der Luftwaffe die geplante Größe von 53 Flugzeugen erreicht, schlägt Airbus vor, die Atlas von einer strategischen Transportplattform zu einer Plattform für Langstreckenangriffe und Flächenbombardements umzufunktionieren. Diese Umstrukturierung, basierend auf bereits bewährten technischen Komponenten und dem erwarteten Anstieg der Langstreckenmunition, wirft eine grundlegende Frage auf: Wie lässt sich eine Logistikplattform in ein „Mutterschiff“ für Raketen und Drohnen umwandeln, ohne dass die industrielle Sicherheit, die vollständig entwickelten C2-Produktionslinien oder die garantierten Lagerbestände vorhanden sind?
Genau in dieser scheinbaren Diskrepanz zwischen operativem Potenzial und realen Fähigkeiten liegt das Interesse des Projekts, und genau hier sollten seine Ausgestaltung und Entstehungsbedingungen verstanden werden.
Die Luftwaffe übernimmt ihren 53. und letzten A400M Atlas.
Am 17. April 2026 übernahm die Luftwaffe auf dem Fliegerhorst Wunstorf ihre 53. A400M (54+63) und schloss damit die Auslieferungen im Rahmen des bestehenden Vertrags ab. Sofern keine Änderungen an diesem Rahmenvertrag vorgenommen werden, sind keine weiteren Auslieferungen geplant. Die Flotte verharrt somit auf einem Referenzniveau, obwohl die Möglichkeit des Fernbetriebs immer deutlicher wird und sich dadurch die erwartete Wirkung der Plattform verändert.
Gleichzeitig kündigte Berlin die Absicht an, 600 Marschflugkörper vom Typ Taurus Neo zu beschaffen. Während sich Minister Boris Pistorius auf fortgeschrittenere Versionen konzentrieren möchte, muss die Finanzierung noch gesichert werden. Für den Haushalt 2025 ist zunächst eine Zuweisung von rund 379 Millionen US-Dollar vorgesehen. Der deutsche Hersteller MBDA betont zudem die Notwendigkeit einer festen Zusage, um die vorgelagerte Produktion anzukurbeln und eine Lieferkette mit einem Dutzend wichtiger Zulieferer zu gewährleisten.
Diese Abhängigkeit von einer umfassenden Lieferkette beeinflusst vor allem das Tempo der Nachschublieferungen und damit die Glaubwürdigkeit eines Konzepts, das auf wiederholten Großangriffen basiert. Anders ausgedrückt: Ohne ein Kaufsignal, das die industrielle Basis stabilisiert, bliebe der Produktionshochlauf theoretisch und würde das Ziel koordinierter Großangriffe behindern.
Ende 2025 wurde mit Flugtests des unbemannten Frachtgleiters HADIS, der von einer A400M gestartet wurde, ein erster operativer Meilenstein erreicht. Dabei wurden die Fallschirmbergung und die autonome Wegpunktnavigation im Gleitflug demonstriert. Die kontrollierte Trennung zwischen Trägerflugzeug und abgeworfener Nutzlast – von der Bergung bis zur Navigation – verändert die operative Architektur des Frachtraums grundlegend.
Die angegebenen Leistungsdaten zeigen, dass das HADIS eine Reichweite von 170 km hat, die sich aus einer Höhe von 25.000 Fuß auf etwa 120 km reduziert, während ein konventioneller Fallschirmabsprung rund 40 km bietet. Anders ausgedrückt: Die Absprunghöhe wirkt als Reichweitenmultiplikator, und der Gleitschirm legt eine anfängliche Distanz zum Absetzpunkt fest – ein wichtiger Meilenstein für jede ferngesteuerte Startkette von einem Flugzeugträger.
Airbus Defence and Space stellt das Mutterschiff A400M und sein palettiertes Startsystem für Marschflugkörper vor.
Am 18. April 2026 stellte Airbus Defence and Space die Entwicklung einer „Mutterschiff“-Variante der A400M Atlas vor, die das Transportflugzeug in eine Langstrecken-Angriffsplattform verwandeln soll. Zu diesem Zweck wird die zertifizierte Nutzlast von 37 auf 40 Tonnen erhöht, wodurch der Transport modularer Offensivwaffen ermöglicht wird. Das Ziel ist klar: Volumen und Reichweite in Angriffskapazitäten umzuwandeln, die über den Wirkungsbereich des Gegners hinausgehen.
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